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Anatomie der Wirbelsäule Form und Bau
Die Wirbelsäule besteht aus Wirbeln und dazwischenliegenden Bandscheiben. Der Wirbel besteht aus zwei Teilen: Die Vorderseite kennzeichnet den Wirbelkörper und die Rückseite den Wirbelbogen. Mit der hinteren Seite des Wirbelkörpers formt der Wirbelbogen den Rückenmarkskanal. Links und rechts auf dem Wirbelbogen befinden sich oben und unten Gelenksflächen. Die Bandscheiben befinden sich zwischen den Wirbelkörpern und bestehen aus einem inneren Gallertkern und einem äußeren Ring aus Bindegewebe und Knorpel. Der Aufbau des äußeren Rings ist ähnlich einer Zwiebelschale und er ist mit dem Wirbelkörper verwachsen. Der Gallertkern kann sich abhängig von den Bewegungen der Wirbelsäule, innerhalb des äußeren Rings, seitlich als auch vor- und rückwärts bewegen. Die Wirbelsäule eines erwachsenen Menschen zeigt seitlich von unten nach oben betrachtet typische Krümmungen: Im Alter verringert sich die Höhe der Bandscheiben und die Keilform der Wirbel wird vor allem im Brustbereich zunehmen. Die Körpergröße verringert sich durch die im vorigen beschriebenen Phänomen um ca. 3 – 4 cm. Das Bewegungssegment von Junghanns
Zwei Wirbel sind durch zwei Gelenke und eine Bandscheibe miteinander verbunden. Man spricht von der funktionellen Einheit von zwei Wirbeln oder das Bewegungssegment. In diesem Bewegungssegment erkennt man, dass die Gelenksflächen der Wirbelbogen miteinander Gelenke formen. Diese Gelenke haben eine ganz normale Gelenksstruktur. Das heißt:
Der Gallertkern ist der Mittelpunkt der Bewegungen im Bewegungssegment, die Gelenke bestimmen die Bewegungsrichtung. Der Gallertkern verschiebt sich stets entgegen der Bewegungsrichtung:
Die SI Gelenke Die Verbindung zwischen dem Kreuzbein und den beiden Beckenhälften werden die Ilio-Sacral-Gelenke oder SI-Gelenke genannt. Diese Gelenke sind durch die Form der Gelenksfläche sehr stabil und werden deshalb nicht durch Muskeln stabilisiert. Physiologische Veränderungen der Wirbelsäule im Alter Diese Veränderungen betreffen sowohl die Bandscheiben als auch die Wirbel, wobei primär die Bandscheibe betroffen ist. Die Flüssigkeitsmenge in der Bandscheibe nimmt ab, was u. a. eine Verringerung der Elastizität und Höhe zur Folge hat. Diese Verringerung der Bandscheibenhöhe verursacht eine stärkere Belastung der Gelenke der Wirbelsäule. Der Gelenksknorpel verliert an Quantität und Qualität. Das bedeutet: die physiologische Abnutzung der Bandscheibe verursacht die physiologische Abnutzung der Wirbelsäulengelenke. Die Wirbelsäule verliert allmählich ihre Beweglichkeit.
Die Pathologie der Wirbelsäule Die pathologische Abnutzung der Wirbel und Wirbelsäulengelenke Bei stark erhöhter (Fehl-)Belastung der Wirbelsäule, findet neben intensiv auftretender Schädigung der Gelenksknorpel durch Zug von Kapsel, Bänder und Bandscheiben, auch eine Überreizung der Wirbelknochen statt. Der Unterschied zu den physiologischen Veränderungen besteht in der beschleunigten Entstehungsweise. Dort wo physiologische Veränderungen kaum Beschwerden verursachen, treten jetzt Symptome wie Steifheit, starke Muskelverspannungen und lokale Schmerzen im Ruhezustand auf. Die pathologische Abnutzung der Bandscheibe Beim pathologischen Abnutzungsprozess der Bandscheibe gibt es zwei Stadien: 1. Die Vorwölbung:
2. Der Bandscheibenvorfall:
Beschwerden des SI Gelenks Ein stabiles SI-Gelenk verursacht in der Regel keine Beschwerden. Ein instabiles SI-Gelenk kann zu leichtem Ziehen, links und rechts vom Kreuzbein, aber auch zu starken chronischen Schmerzen, die häufig in die Beine ausstrahlen, führen. Ein instabiles SI-Gelenk kann durch chronische Überbelastung des Gelenks verursacht werden. Viel öfters sieht man eine Verweichung der Gelenkskapsel aufgrund von Veränderungen des Hormonsystems. Diese Veränderungen treten z.B. während der Menstruation und der Schwangerschaft auf. Die Folge kann eine langsam, aber auch akut auftretende Überreizung des Gelenks sein. Deswegen treten diese Beschwerden in der Regel häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Im Anfangsstadium ist die akut auftretende Überreizung des SI-Gelenks und des Wirbelgelenks nur sehr schwer voneinander zu unterscheiden. Sie werden beide auch „Hexenschuß“ genannt. |